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Services für Ärztinnen und Ärzte sowie Medizinische Fachangestellte
Informationen für ausbildende Ärztinnen und Ärzte

Auf dieser Seite finden ausbildende Ärztinnen und Ärzte alle Informationen rund um die Ausbildung zum/zur Medizinischen Fachangestellten sowie zur Arzthelferin bzw. zum Arzthelfer.

Allgemeine Hinweise zum Ausbildungsvertrag

Der Ausbildungsvertrag der Landesärztekammer Baden-Württemberg ist in dreifacher Ausfertigung (für die Bezirksärztekammer Nordwürttemberg lediglich in zweifacher Ausfertigung).

Der Antrag auf Eintragung in das Berufsausbildungsverzeichnis ist in einfacher Ausfertigung vollständig auszufüllen, zu unterschreiben und an die zuständige Bezirksärztekammer zurückzusenden.

Der Ausbildungsvertrag ist zu unterschreiben:

  1. vom Ausbilder
  2. von der/dem Auszubildenden und
  3. ggf. von den Erziehungsberechtigten bei Minderjährigen

Minderjährige Auszubildende: Für Auszubildende bis zum vollendeten 18. Lebensjahr ist ferner eine Bescheinigung über die Erstuntersuchung gem. §32 Jugendarbeitsschutzgesetz beizufügen.

Die Betriebsnummer (BNR)

Die Betriebsnummer im Antrag auf Eintragung in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverträge

Seit dem 1. Januar 2021 muss die Betriebsnummer nach § 34 Berufsbildungsgesetz von der für die Ausbildung zuständigen Stelle dokumentiert werden. Sie ist durch die Bezirksärztekammer für jeden Ausbildungsvertrag zu erfassen.

Was ist die Betriebsnummer (BNR)? - Die Betriebsnummer ist ein Ordnungsmerkmal mit acht Ziffern, die jeder Arbeitgeber und jede Arbeitgeberin zur Meldung der Sozialversicherungsdaten ihrer Beschäftigten an die Sozialversicherungsträger benötigt. Sie wird vom Betriebsnummern-Service der Bundesagentur für Arbeit vergeben. Die Betriebsnummer kann im Bedarfsfall beim Steuerberater erfragt werden.

HINWEIS: Es handelt sich hierbei nicht um die neunstellige Betriebsstättennummer der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg.

Jugendarbeitsschutzgesetz

Das Gesetz zum Schutz der arbeitenden Jugend (JArbSchG) enthält besondere Regelungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Arbeitswelt.

Berufsbildungsgesetz BBiG

Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) regelt in Deutschland die Berufsausbildungsvorbereitung, die Berufsausbildung (Duales System), die berufliche Fortbildung und die berufliche Umschulung. Berufsauszubildende haben keinen Anspruch auf den Mindestlohn, aber für alle nach dem 31. Dezember 2019 abgeschlossenen Ausbildungsverträge einen Anspruch auf eine Mindestvergütung, die im BBiG geregelt ist. Eine Ausnahme gilt für tarifgebundene Ausbildungsbetriebe, die ihren Auszubildenden für die Laufzeit des entsprechenden Tarifvertrags die für sie geltenden tariflichen Ausbildungsvergütungen zahlen können, selbst wenn diese noch unter den im BBiG bestimmten Sätzen liegen.

Förderprogramme des Landes Baden-Württemberg

Förderung und Beratung von Ausbildungsbetrieben der gewerblichen Wirtschaft und der freien Berufe. Hier finden Sie weitere Informationen.

Ausbildungsverordnung

Am 1. August 2006 trat eine neue Ausbildungsverordnung in Kraft. Der Ausbildungsberuf zur Medizinischen Fachangestellten löste die Ausbildung zur Arzthelferin ab. Ziel der neuen Ausbildungsverordnung ist es, das Berufsbild der Medizinischen Fachangestellten an die Erfordernisse der modernen Patientenversorgung anzupassen und die Berufsbezeichnung zu modernisieren.

Die Umsetzung der neuen Ausbildungsverordnung obliegt im dualen Ausbildungssystem den ausbildenden Ärztinnen und Ärzten, den Ärztekammern als zuständige Stellen nach dem Berufsbildungsgesetz sowie den berufsbildenden Schulen. Das Ausbildungsberufsbild behält die Gleichgewichtigkeit der Ausbildungsteile Medizin und Verwaltung bei. Eine stärkere Gewichtung erhalten Praxismanagement, Kommunikation, Patientenorientierung, Prävention und Notfallmanagement. Neu in den Ausbildungsrahmenplan aufgenommen wurde der Bereich des Qualitätsmanagements. Nach wie vor wird die Medizinische Fachangestellte zu einer Allroundfachkraft ausgebildet, deren Einsatzgebiet die Arztpraxis jeder beliebigen Fachrichtung sein kann

Im Ausbildungsrahmenplan, der Bestandteil der Ausbildungsverordnung ist, werden die Ausbildungsinhalte in der Form von Beschreibungen des erwünschten Endverhaltens formuliert. Im Vergleich zur "alten Ausbildungsverordnung für Arzthelferinnen sind diese Zielbeschreibungen sehr viel umfassender und komplexer. Wie in anderen Ausbildungsberufen bereits geschehen, wird mit der Neuausrichtung des Lehrplans das aktuelle pädagogisch didaktische Leitbild einer handlungsbezogenen und situationsorientierten Vermittlung von Ausbildungsinhalten realisiert. Parallel zur Ausbildungsverordnung wurde durch die Kultusministerkonferenz der schulische Lehrplan überarbeitet, so dass sich die Ausbildung an den berufsbildenden Schulen künftig ebenfalls an der handlungsorientierten Didaktik orientieren wird und der Unterricht nicht mehr klassisch fächerbezogen, sondern vermehrt in Lernbereichen stattfinden wird.

Die für die Vermittlung der Ausbildungsinhalte im Ausbildungsrahmenplan bislang vorgesehenen Wochenrichtwerte werden abgelöst durch Zeitrahmen. Die Ausbildung zum Medizinischen Fachangestellten ist künftig in zwei große Ausbildungsblöcke von rund 18 Monaten, jeweils vor und nach der Zwischenprüfung gegliedert. Innerhalb dieser beiden großen Blöcke wurden jeweils vier Ausbildungsabschnitte gebildet, die Zeiträume von mehreren Monaten umfassen. Innerhalb dieser Zeitrahmen hat der ausbildende Arzt / die ausbildende Ärztin Gewichtungsmöglichkeiten und Spielraum zur Vermittlung der definierten Kenntnisse und Fertigkeiten.

Die Prüfungs- und Bestehensregelungen, die im Vorfeld von einer kontroversen Diskussion zwischen Arbeitnehmervertretern und Arbeitgeberseite, vor allem wegen der Struktur und der Dauer der praktischen Prüfung, geprägt waren, haben ebenfalls eine Neustrukturierung erfahren. Der praktische Prüfungsteil ist in der neuen Ausbildungsverordnung stärker gewichtet. Während die "praktischen Übungen" bislang nur zu einem Sechstel in die Leistungsbeurteilung einflossen, wird künftig der praktische Prüfungsteil bei der Gesamtleistungsbewertung mit 50 Prozent in die Gesamtleistungsbewertung einfließen. Damit wird einer langjährigen Forderung nach Aufwertung der mündlich-praktischen Prüfung Rechnung getragen. Während der mündlich-praktischen Prüfung ist in einem höchstens 75-minütigen Zeitraum einschließlich eines 15-minütiges Fachgesprächs eine komplexe Prüfungsaufgabe zu lösen. Dabei soll die Auszubildende komplexe praxisbezogene Arbeitsabläufe simulieren, demonstrieren, dokumentieren und präsentieren. In der schriftlichen Prüfung sind in den Prüfungsbereichen Behandlungsassistenz, Betriebsorganisation und -verwaltung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde praxisbezogene integrative Aufgaben aus allen wesentlichen Lerngebieten des Ausbildungsrahmenplans zu lösen. Die Prüfungsbereiche Behandlungsassistenz sowie Betriebsorganisation und -verwaltung sind dabei gegenüber dem Prüfungsbereich Wirtschaft und Sozialkunde doppelt gewichtet. Die Bestehensregelung wurde deutlich angehoben. Innerhalb des schriftlichen Prüfungsteils darf nur einer der drei Prüfungsbereiche mit "mangelhaft" bewertet sein. Sowohl der praktische wie der schriftliche Teil der Prüfung müssen mit "ausreichend" bestanden werden.

Ab dem 1. August 2006, dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der neuen Ausbildungsverordnung, gilt die neue Berufsbezeichnung. Die Bezeichnung "Medizinische Fachangestellte" ist gesetzlich nicht geschützt. Daher kann sich auch eine Arzthelferin Medizinische Fachangestellte nennen und sich auf entsprechende Stellenangebote bewerben. Arzthelferinnen, die ihre Ausbildung auf der Grundlage der alten Ausbildungsverordnung abgeschlossen haben, weisen ihre Qualifikation durch das Prüfungszeugnis nach. Eine Umschreibung des Zeugnisses durch die Ärztekammer findet nicht statt.

Der Berufsabschluss zur Medizinischen Fachangestellten/Arzthelferin ist dem Niveau 4 im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) zugeordnet. Prüfungszeugnisse, welche noch ohne DQR-Niveau-Hinweis ausgestellt wurden, werden von der Ärztekammer nicht neu ausgestellt. Auf der Homepage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung kann eine offizielle Bestätigung generiert werden.



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Verordnungen zur Ausbildung

Hier können Sie Vorlagen für Ausbildungsverträge oder Verordnungen und Richtlinien zur Ausbildung herunterladen.