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18. Mai 2026

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Grenzverletzungen und Übergriffe

Gemeinsame Erklärung der BÄK und aller Landesärztekammern

Logo Bundesärztekammer© Bundesärztekammer

Zu den Schilderungen von Medizinstudentinnen über Grenzverletzungen und Übergriffe von Teilnehmenden des Deutschen Ärztetages erklären Bundesärztekammer und alle Landesärztekammern:

„Die Schilderungen von Medizinstudentinnen über Grenzverletzungen und Übergriffe durch
Teilnehmende des 130. Deutschen Ärztetages machen uns tief betroffen.
Grenzüberschreitendes Verhalten, sexuelle Belästigung sowie jede Form verbaler oder
körperlicher Übergriffe sind absolut inakzeptabel und mit dem Selbstverständnis unseres
Berufs unvereinbar. Wer die Würde und persönliche Integrität anderer missachtet, verletzt
grundlegende Werte ärztlichen Handelns: Respekt, Verantwortung und Achtung gegenüber
Mitmenschen.

Transparenz und Offenlegung von solchem Fehlverhalten sind entscheidend, um notwendige
Veränderungen anzustoßen. Es war deshalb ausgesprochen mutig und absolut richtig, dass
sich die betroffenen Studentinnen an den Vorstand der Bundesärztekammer gewandt und ihre
Erfahrungen bereits während des Deutschen Ärztetages öffentlich gemacht haben. Dafür
gebührt ihnen Anerkennung und großer Respekt. Die Bundesärztekammer steht weiterhin an
der Seite der Betroffenen und wird sie - auch mit der Möglichkeit unabhängiger juristischer
Beratung - umfassend unterstützen. Dazu gehört auch die Aufarbeitung der konkreten Vorfälle.
Wichtig ist uns dabei, dass die Betroffenen selbst über alle weiteren Schritte zur Aufklärung der
Vorfälle entscheiden.

Die anschließende intensive Debatte auf dem Deutschen Ärztetag hat verdeutlicht, dass
Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt im Gesundheitswesen in unterschiedlichen
Kontexten vorkommen und nicht verleugnet oder verdrängt werden dürfen. Fehlverhalten muss
sichtbar gemacht, klar benannt und konsequent aufgearbeitet werden. Nur so können
Grenzüberschreitungen frühzeitig erkannt und wirksame Schutzmechanismen etabliert
werden. Der Deutsche Ärztetag hat im Rahmen dieser Debatte und in zahlreichen Beschlüssen
Mittel und Wege benannt, um Aufarbeitung, Prävention und konsequentes Handeln bei
Fehlverhalten zu stärken.

Die aus dieser Debatte gewonnenen Erkenntnisse und die gefassten Beschlüsse sind für uns
auch im weiteren Umgang mit den konkreten Geschehnissen auf diesem Deutschen Ärztetag
handlungsleitend. Die Bundesärztekammer und die Landesärztekammern werden bestehende
Regelwerke systematisch überprüfen und gezielt weiterentwickeln, verbindliche Standards
festlegen und Schutz- sowie Präventionsstrukturen nachhaltig stärken. Dazu gehören
insbesondere:

  •  die Entwicklung verbindlicher Verhaltenskodizes insbesondere für Teilnehmende
    unserer Veranstaltungen,
  •  die verbindliche Verankerung entsprechender Vorgaben in Satzungen und
    Geschäftsordnungen,
  • die Etablierung von Awareness-Konzepten für den Deutschen Ärztetag und andere
    große Veranstaltungen sowie
  • die Benennung unabhängiger Vertrauenspersonen (Ombudspersonen) als
    niedrigschwellige Anlaufstellen für Betroffene.

Unser Ziel ist es, aus den geschilderten Vorfällen konsequent strukturelle Lehren zu ziehen
und Prävention dauerhaft zu verankern. Der Deutsche Ärztetag muss ein Ort sein, an dem sich
alle Teilnehmenden sicher und respektiert fühlen – unabhängig von Alter, Geschlecht oder
Position.

Für Machtmissbrauch, sexuelle Belästigung und jede Form respektlosen Verhaltens ist auch im
Gesundheitswesen und insbesondere auf dem Deutschen Ärztetag kein Platz. Dafür werden
wir konsequent eintreten. Das Thema ‚Machtmissbrauch, sexualisierte Gewalt und
Diskriminierung‘ wird ein Schwerpunktthema auf dem kommenden Deutschen Ärztetag sein.“

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