18. März 2025

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Aktionstage

Klare Kante gegen Rassismus und Diskriminierung

Symbolbild Menschen reichen sich die Hände gegen Diskriminierung© Adobe Stock / New Africa

Stuttgart, 19. März 2025. Haltung zeigen gegen Rassismus und Diskriminierung im Gesundheitswesen und dagegen vorgehen, wo immer es möglich ist. Dafür setzt sich die Landesärztekammer Baden-Württemberg ein und macht zum Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März darauf aufmerksam, dass hier noch viel Handlungsbedarf besteht. „Rassismus ist in vielen gesellschaftlichen Bereichen – und damit auch in der Gesundheitsversorgung – leider noch immer Realität“, sagt Dr. Robin Maitra, der Menschenrechtsbeauftragte der Landesärztekammer. Patientinnen und Patienten, aber auch Ärztinnen und Ärzte, Medizinische Fachangestellte, das Pflegepersonal und weitere Berufsgruppen können gleichermaßen davon betroffen sein.

Und das hat meistens handfeste Folgen: Patienten brechen nach Diskriminierungserfahrungen beispielsweise Behandlungen ab oder beginnen sie erst gar nicht. Dies zögert in der Folge das körperliche Leiden hinaus und begünstigt (weitere) psychische Belastungen. Wenn das medizinische Personal Formen von Diskriminierung erlebt, kann dies zum Leistungsabfall im Job führen und in der Folge einen Stellenwechsel oder gar eine Arbeitsunfähigkeit nach sich ziehen. In Zeiten, in denen ohnehin durch eine angespannte Personallage und knappe Ressourcen Versorgungsengpässe drohen, kann Rassismus und Diskriminierung damit verheerende Konsequenzen haben.

Ganz unterschiedliche Formen von Rassismus und Diskriminierung

Hinsichtlich der Formen von Rassismus und Diskriminierung muss es nicht immer die auffällige und offenkundige Beleidigung sein, erläutert Dr. Maitra. Rassismus und Diskriminierung könnten in vielen, mitunter sehr unterschwelligen Formen auftreten. Dazu zählten beispielsweise unangemessene oder abfällige Kommentare, ein Witz auf Kosten des Gegenübers, eine subtile Erniedrigung oder auch ein aufgrund einer vorgefertigten Meinung nicht ernstgenommenes Anliegen. „Egal, in welcher Form sich Rassismus und Diskriminierung äußert: Von den Betroffenen wird dies als äußerst belastend empfunden und ist nicht hinnehmbar“, stellt Dr. Maitra klar.

Im Jahr 2023 erhielt ein Bericht des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors mit dem Schwerpunkt Gesundheit große öffentliche Aufmerksamkeit. Jüngst wurde bekannt, dass sich nun auch ein neues Projekt der Stiftung gegen Rassismus mit dem Thema „Rassismus in der Medizin“ beschäftigt; über dieses Vorhaben berichtete unter anderem die „ÄrzteZeitung". Laut ÄrzteZeitung soll bis 2027 im Rahmen des Projektes ein Leitfaden zum Umgang mit Rassismus in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens entstehen. 

Jeder kann etwas tun

„Wir unterstützen ausdrücklich alle Aktivitäten, die sich mit dem Thema beschäftigen und Strategien entwickeln, wie man Rassismus und Diskriminierung effektiv entgegentreten kann“, betont Dr. Maitra. Auch jeder Einzelne könne bereits etwas tun: eigenes – vielleicht auch unbewusstes – Verhalten kritisch reflektieren, aufmerksam bleiben, Ungleichbehandlung dort, wo man Zeuge davon wird, klar und deutlich ansprechen und auf diese Weise Betroffenen konkret helfen.