01. November 2026
Landesärztekammer ist Partner im Bündnis gegen Einsamkeit
© Lichtgut/Leif PiechowskiBaden-Württemberg hat ein landesweites Bündnis gegen Einsamkeit gegründet. Bei der heutigen Gründungskonferenz in Stuttgart sind 56 Organisationen zusammengekommen, um ihre Kräfte im Kampf gegen Einsamkeit zu bündeln, darunter auch die Landesärztekammer. Mit dem Bündnis hat das Land eine Plattform für die Zusammenarbeit von Politik, Zivilgesellschaft und weiteren Akteurinnen und Akteuren geschaffen.
„Wir machen uns gemeinsam auf den Weg zu mehr Verbundenheit“, sagte Sozialminister Oliver Hildenbrand anlässlich der Gründungskonferenz. „Einsamkeit betrifft Menschen in allen Lebensphasen. Sie hat ernste persönliche und gesellschaftliche Folgen. Mit dem Bündnis wollen wir für das Thema sensibilisieren, bestehende Initiativen stärken und eine wirksame Landesstrategie gegen Einsamkeit entwickeln.“
Der Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg, Dr. Wolfgang Miller, betonte: „Einsamkeit kann auch seelisch und körperlich krank machen oder beispielsweise Herz-Kreislauf- oder seelische Erkrankungen verschlimmern. - Ärztinnen und Ärzte sehen Menschen immer in ihrer gesamten Lebenssituation. Als Landesärztekammer bringen wir diese Perspektive ins Bündnis ein.“
Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt die Studie „Einsamkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt – Baden-Württemberg 2025“ der Bertelsmann Stiftung. Demnach fühlt sich mehr als ein Drittel der Menschen im Land moderat oder stark einsam. Anhaltende Einsamkeit kann die psychische und körperliche Gesundheit beeinträchtigen. Zudem kann sie dazu führen, dass sich Menschen aus dem gesellschaftlichen und politischen Leben zurückziehen.
Ausgangspunkt für die Gründung des Landesbündnisses und die Erarbeitung der Landesstrategie sind die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag „Aus Verantwortung fürs Land - Gemeinsam stark in stürmischen Zeiten“ sowie die Handlungsempfehlungen der Landesstudie und der Enquetekommission „Krisenfeste Gesellschaft“ des Landtags von Baden-Württemberg.
Die Gründungsmitglieder des Bündnisses setzen sich aus Organisationen zusammen, die landesweit tätig sind. So umfasst das Bündnis neben großen Verbänden aus Wohlfahrt und Gesundheitswesen, den kommunalen Landesverbänden und insgesamt vier Landesministerien auch die Vertretungen besonders gefährdeter Risikogruppen. Die Bündnispartnerinnen und Bündnispartner werden in den kommenden Monaten gemeinsam an einer Landesstrategie gegen Einsamkeit arbeiten. Dazu sind verschiedene Strategietreffen in Vorbereitung. Angedacht sind zudem Netzwerkveranstaltungen in allen vier Regierungsbezirken des Landes.
