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31. Mai 2026

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Forschung und Facharztweiterbildung besser verbinden

Vereinbarung zur Anerkennung patientennaher Forschung in Tübingen

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Die Bezirksärztekammer Südwürttemberg und die Medizinische Fakultät der Universität Tübingen haben eine Vereinbarung zur Anerkennung patientennaher Forschung auf die fachärztliche Weiterbildungszeit getroffen. Demnach können Ärztinnen und Ärzte in strukturierten Clinician Scientist Programmen der Medizinischen Fakultät Tübingen künftig bis zu zwölf Monate patientennahe Forschung auf ihre fachärztliche Weiterbildungszeit anrechnen lassen. Clinician Scientists sind Ärztinnen und Ärzte, die mit einem Bein in der Klinik und mit dem anderen im Labor stehen und somit Patientenversorgung mit Forschung verknüpfen.

Die Vereinbarung stärkt die Verbindung von Forschung und klinischer Weiterbildung und schafft neue Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Grundlage ist die Teilnahme an einem strukturierten Clinician Scientist Programm der Medizinischen Fakultät mit Fokus auf patientennaher Forschung mit einer Laufzeit von 36 Monaten und einer 50-prozentigen Freistellung für Forschung. Ziel ist es, wissenschaftliche Tätigkeit und klinische Weiterbildung besser miteinander zu verzahnen - ohne fachlichen Kompetenzverlust.

Bereits bei der Bewerbung wird geprüft, ob die Voraussetzungen der Vereinbarung erfüllt sind. Im weiteren Verfahren bewerten der Weiterbildungsausschuss der Bezirksärztekammer und Gutachtende der Fakultät gemeinsam, ob das Forschungsvorhaben mit den Anforderungen der fachärztlichen Weiterbildung vereinbar ist. Für Ärztinnen und Ärzte bedeutet die Vereinbarung vor allem mehr Planungssicherheit und bessere Karriereperspektiven in Klinik und Forschung. Gleichzeitig stärkt sie die Attraktivität des Standorts Tübingen für wissenschaftlich interessierte Nachwuchsmedizinerinnen und -mediziner.

Die Vereinbarung unterstreicht zugleich die Offenheit der Bezirksärztekammer Südwürttemberg gegenüber modernen, wissenschaftsnahen Weiterbildungsmodellen. Sie schafft zusätzliche Anreize, ärztlichen Nachwuchs in der Region zu gewinnen und langfristig zu halten. „Die Forschung, insbesondere die patientennahe Forschung, ist eine der Grundlagen des Informationsgewinns und damit unserer evidenzbasierten Medizin sowie unserer Weiterbildung“, betont Benjamin Breckwoldt, Vizepräsident der Bezirksärztekammer Südwürttemberg. Auch Kammerpräsidentin Dr. Sophia Blankenhorn sieht darin ein wichtiges Signal: „Wir freuen uns, beginnend mit Tübingen, den medizinischen Fakultäten unseres Kammerbezirks und damit dem akademischen Nachwuchs die Möglichkeit zu eröffnen, alternative Modelle der anrechenbaren Kompetenzvermittlung in der Weiterbildung zu etablieren.“