Zwei-Faktor-Authentifizierung

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg führt die Zwei-Faktor-Authentifizierung für den Login auf www.aerztekammer-bw.de bzw. für den Zugriff auf das Dashboard ein. 

Die Einrichtung der Zwei-Faktor-Authentifizierung ist ab dem 19.05.2026 für Mitglieder und bestimmte Benutzergruppen verpflichtend.

Informationen zu den Benutzergruppen entnehmen Sie unseren FAQs.

© Adobe Stock / SB Creative

10. Juni 2026

|
Hitzeaktionstag

Digitaler Fachtag: Extremhitze im Fokus

Hitzeaktionstag 2026© Hitzeaktionstag / KLUG

Heute ist Hitzeaktionstag – und extreme Hitze wird auch in Baden-Württemberg zunehmend zur ernsthaften Gesundheitsgefahr. Ende Mai – und damit ungewöhnlich früh – gab es dieses Jahr die erste Hitzewelle bei uns im Land. Die Folgen sind vielfältig: Sie reichen von Erschöpfung, Kreislaufproblemen und Dehydrierung bis hin zu schweren gesundheitlichen Notfällen und erhöhter Sterblichkeit.

Um vor Gesundheitsschäden zu warnen und Tipps für einen besseren Hitzeschutz zu geben, hat sich in Baden-Württemberg bereits vor einiger Zeit das Aktionsbündnis Klimawandel und Gesundheit formiert. Die Landesärztekammer Baden-Württemberg ist Gründungsmitglied; mit dabei sind auch das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit, der Deutsche Wetterdienst (DWD) sowie die Landesapotheker- und die Landespsychotherapeutenkammer. Mit dem Bündnis wollen die Beteiligten Medien und Öffentlichkeit im Südwesten direkt erreichen und für effektiven Hitzeschutz sensibilisieren. Zum heutigen Hitzeaktionstag stellten die Partner einen digitalen Fachtag auf die Beine. Die Veranstaltung – getragen von Experten der Bündnispartner und anderer Organisationen – richtete sich an Vertreter von Kommunen, Gesundheitsämtern sowie weiteren interessierten Einrichtungen; auch Vertreter von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen waren angesprochen.

Im Fokus standen Aufklärung, das Aufzeigen von Handlungsmöglichkeiten und das Näherbringen von neuen Erkenntnissen zum Thema „Extremhitze“: Wie kann man sich – ganz konkret und praktisch – bestmöglich darauf vorbereiten? Und was macht (Extrem-)Hitze eigentlich so gefährlich? Viele Interessierte nahmen das Angebot an und verfolgten den Fachtag per Livestream. 

Für die Ärzteschaft nahm der Klimaschutzbeauftragte der Kammer, Dr. Robin Maitra, am Fachtag teil und thematisierte explizit die gesundheitlichen Folgen von Hitze. – Hitze wirke auf alle Organe. Gerade länger andauernde Perioden brächten den menschlichen Körper an die Grenzen seiner Kompensationsfähigkeit und er könne sich nicht hinreichend erholen. Statistische Daten belegten: Hitze könne jederzeit zum medizinischen Notfall werden und bei längeren Episoden steige die Sterblichkeit signifikant an. Risikogruppen (ältere Menschen, Schwangere, Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen) seien besonders gefährdet. Die eigene Einschätzung – „gehöre ich selbst zu einer Risikogruppe?“ – sei daher ganz wichtig, um individuelle Vorsichtsmaßnahmen einleiten zu können. Hausärztinnen und Hausärzte sowie die Kinderärztinnen und -ärzte seien wichtige erste Ansprechpartner, um gemeinsam zu eruieren, wie es um die eigene Gesundheit (beziehungsweise die des Nachwuchses) bestellt ist und welche Art von Hitzeschutz infrage kommt.   

Zudem wies Dr. Maitra auf den im Landkreis Ludwigsburg bestehenden Hitzeaktionsplan mit entsprechenden Schutzmaßnahmen hin. Der Landkreis hatte den Plan als erster Landkreis in Baden-Württemberg konkreter Beteilung der Ärzteschaft und des Katastrophenschutzes erstellt und in die Umsetzung gebracht. Eingeflossen ist die Expertise von Experten aus verschiedensten Bereichen (neben Katastrophenschutz u.a. Patientenversorgung, Krankenkassen, Schulen, Kommunalverwaltung), wovon der fertige Aktionsplan immens profitiert und daher einen großen Beitrag zum Bevölkerungsschutz leistet.

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand stellte im Rahmen eines Grußwortes heraus, dass künftig mit häufigeren, längeren und intensiveren Hitzewellen zu rechnen sei. Umso wichtiger sei es, nicht nur zu reagieren, sondern bereits vorher – durch entsprechend gute Vorbereitung – aktiv zu werden und auf diese Weise „vor die Krise zu kommen“. Der Fachtag – und die Arbeit des Aktionsbündnisses – würden durch vielfältige inhaltliche Impulse dazu beitragen, handlungsfähiger zu werden

Auch die anderen Experten sensibilisierten die Teilnehmenden – aus ihrer jeweiligen Perspektive – für das umfassende Gefahrenpotenzial von (Extrem-)Hitze und betonten die Dringlichkeit: Der Klimawandel sei real und habe bereits jetzt spürbare Auswirkungen auf Menschen, Umwelt und die Sicherheit der Bevölkerung.

Die virtuell Teilnehmenden des Fachtags nutzten außerdem die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich mit den Experten interaktiv austauschen. So wurden vorgetragene Erkenntnisse direkt für den eigenen Berufsalltag „nutzbar gemacht“.

Der Hitzeaktionstag wird aber auch auf Bundesebene von einem breiten Bündnis in den Fokus genommen; unter anderem die Bundesärztekammer ist mit dabei. In diesem Jahr forderte ein Positionspapier der Bündnispartner politisch Verantwortliche dazu auf, Deutschland besser auf extreme Wetterlagen vorzubereiten. Dazu gehört unter anderem, Extremhitze verbindlich(er) in bestehende Krisenvorsorge- und Katastrophenschutzpläne zu integrieren, Schutzstrukturen besonders für Risikogruppen zu schaffen sowie Prozesse, Einrichtungen und Infrastrukturen, die für Hitzeresilienz sorgen, entsprechend zu finanzieren.

Der Aktionstag war auf allen Ebenen ein Erfolg und sorgte für große öffentliche Aufmerksamkeit. – Die Landesärztekammer nimmt dies zum Anlass, um ihr diesbezügliches Engagement mit der Stoßrichtung „Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz“ weiter voranzutreiben. Bereits jetzt hat sie auf ihrer Website viele praxisnahe Tipps zusammengetragen, was beispielsweise ältere Menschen, Eltern von Babys und Kleinkindern und Beschäftigte in Betrieben an heißen Tagen unternehmen können.