19. März 2025
Dr. Miller: „Gewalt gegen Medizinisches Personal ist inakzeptabel“

Stuttgart, 20. März 2025. Am 22. März ist der Tag der Kriminalitätsopfer. Der Tag richtet den Fokus auf Menschen, die Kriminalität und Gewalt erleben mussten, und sensibilisiert für Opferhilfe. Die Landesärztekammer Baden-Württemberg macht darauf aufmerksam, dass Menschen auch dort zu Opfern werden, wo man es kaum vermuten sollte: in der Arztpraxis, in der Klinik oder beim Notfalleinsatz. Denn die An- und Übergriffe, denen Ärztinnen und Ärzte und ihre Teams in ihrem Arbeitsumfeld ausgesetzt sind, nehmen laut Studien und Umfragen bedenklich zu. Hierbei ist das Medizinische Personal nicht nur verbalen Drohungen und Aggressionen ausgesetzt, sondern es kommt auch zu körperlicher Gewalt.
„Man kann sich manche Szene kaum vorstellen, die sich in der Notaufnahme der Klinik, am Anmeldetresen der Arztpraxis oder am Telefon abspielt, wenn das Wunschrezept verwehrt wird, der Wunschtermin nicht vergeben werden kann oder bei vollem Wartezimmer auch mal ein bis zwei Stunden Wartezeit entstehen“, sagt Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg. „Wenn wir als Ärztekammer heutzutage Selbstverteidigungskurse unterstützen und Deeskalationstrainings für Praxis- und Ambulanzpersonal anbieten müssen, ist das eigentlich eine Bankrotterklärung der Gesellschaft.“ Das Medizinische Personal rette Leben, lindere Leiden und diene dem Gemeinwohl. Dass es dabei aber selbst um die körperliche Unversehrtheit fürchten müsse und seelische Schäden davontrage, sei vollkommen inakzeptabel, so Dr. Miller.
Besserer Gewaltschutz auch für den ambulanten Bereich
Die Landesärztekammer unterstützt entsprechende gesetzliche Bestrebungen, Rettungskräfte und das Personal in Notaufnahmen besser vor Übergriffen zu schützen. Dabei muss nach Ansicht der Kammer auch ausdrücklich der ambulante Bereich mit in einen besseren Gewaltschutz einbezogen werden.
Die Landesärztekammer hat auf ihrer Website Informationen für ihre Mitglieder aufbereitet, was sie tun können, wenn sie Gewalt erfahren mussten, und welche Maßnahmen zur Vorbeugung ergriffen werden können.
Mehr Wertschätzung gefordert
Dr. Miller nimmt den Tag der Kriminalitätsopfer auch zum Anlass, um für mehr Wertschätzung und Verständnis für die Arbeit des Medizinischen Personals zu werben. „Wenn beispielsweise Notfälle vorgezogen werden, hat das einen guten medizinischen Grund. Aber jeder, der in der Praxis oder in der Klinik vorstellig wird, kommt auch dran. Ärztinnen und Ärzte wollen allen Menschen helfen; manchmal ist allerdings ein bisschen Geduld gefragt.“