Die Weltgesundheitsorganisation definiert Gewalt in dem Bericht "Gewalt und Gesundheit" wie folgt: "Gewalt ist der tatsächliche oder angedrohte absichtliche Gebrauch von physischer oder psychologischer Kraft oder Macht, die gegen die eigene oder eine andere Person, gegen eine Gruppe oder Gemeinschaft gerichtet ist und die tatsächlich oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen, Tod, psychischen Schäden, Fehlentwicklung oder Deprivation führt."
Unsere Ausschüsse "Kinder und Jugendliche" und "Arztberuf und Familie" sowie unser Menschenrechtsbeauftragter beschäftigen sich unter anderem damit, welche gesundheitlichen Auswirkungen die Anwendung von Gewalt haben kann und wie Ärztinnen und Ärzte sie erkennen und reagieren.
Gewalt gegen Kinder im sozialen Nahbereich ist eine der am meisten unterschätzten Kriminalitätsformen unserer Zeit: Rund 4100 Kinder unter 14 Jahren wurden im Jahr 2008 als Opfer von Misshandlungen gemeldet- 60 Prozent mehr als neun Jahre zuvor - 1999 wurden nach Angaben des Bundeskriminalamtes 2.600 Fälle bekannt. Um den Blick für Misshandlungen zu schärfen und gerade in der Arztpraxis zu einer größeren Sicherheit beim Umgang mit diesem sensiblen Thema beizutragen, hat die Landesärztekammer den Leitfaden "Gewalt gegen Kinder" herausgegeben.
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Schätzungen zufolge wird jede dritte bis fünfte Frau Opfer häuslicher Gewalt, wobei die Dunkelziffer sehr hoch ist. Gewalt macht krank - körperlich und seelisch. Viele Opfer von Gewalt wenden sich an Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete, ohne ihnen die Ursache ihres Leidens zu nennen. Dies bedeutet, dass Ärztinnen und Ärzten eine Schlüsselfunktion im Erkennen der Gewalt als Ursache zukommt. Hilfestellung dabei soll der Leitfaden geben: Er informiert, wie Gewalt als Krankheitsursache wahrgenommen und wie Patientinnen darauf angesprochen werden können. Er gibt Tipps für die Untersuchung und die rechtssichere Dokumentation. Komplettiert wird die Broschüre durch einen heraustrennbaren Dokumentationsbogen sowie durch einen umfangreichen Adressteil, damit Patientinnen weitere Hilfsangebote vermittelt werden können.
Downloads:
- Häusliche Gewalt: Leitfaden für Ärztinnen und Ärzte
- Dokumentationsbogen "Häusliche Gewalt"
- Medizinische Befunddokumentation
- Das Platzverweisverfahren als Paradigmenwechsel im Umgang mit Gewalt im sozialen Nahraum
- Einschreiten der Polizei bei Gewalt im sozialen Nahraum
- Strafverfolgung bei Gewalt im sozialen Nahbereich
Ärztinnen und Ärzte sind besonders gefordert, wenn es um das Erkennen und Handeln bei Gewalt gegen alte Menschen geht.
Wir informieren unter anderem über die veränderte Arzt-Patienten-Beziehung und Entstehungsfaktoren von Gewalt. Im Zentrum stehen Maßnahmen, wie man sich als Ärztin oder Arzt vor Gewalt schützen und wie man eine Eskalation verhindern kann. Auch werden Maßnahmen bei erlittener Gewalt beschrieben und wo man als Opfer Unterstützung bekommen kann.
Herausgeben vom Ministerium für Soziales und Integration. Die Broschüre informiert Frauen, Mädchen und deren Familien über das Thema Genitalverstümmelung sowie Hintergründe, Folgen und Motive. Betroffene finden am Ende der Broschüre wichtige Ansprechpartner, die ihnen mit Hilfe und Rat zur Seite stehen können.
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Das Bundeskriminalamt (BKA) informiert über das Kriminalitätsphänomen der sexuellen Übergriffe beziehungsweise Vergewaltigungen an sedierten Frauen und die damit verbundene Verbreitung von Bild- und Videomaterial dieser Taten. Zu diesem Zweck wurde ein Informationsblatt für Ärztinnen und Ärzte entwickelt, das über sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen von sedierten Frauen im familiären Umfeld oder Bekanntenkreis aufklärt.
