Versorgungsberichte
Traumatisierte Geflüchtete

Die medizinisch-therapeutische Unterstützung für traumatisierte Geflüchtete ist in Baden-Württemberg immer noch unzureichend. So sind sie unter anderem mit gesetzlichen Einschränkungen konfrontiert; es gibt Zugangshürden zur medizinischen Versorgung aufgrund der sozialrechtlichen Sonderstellung von Geflüchteten. Auch die Psychosozialen Zentren (PSZ) in Baden-Württemberg – Anlaufstellen außerhalb der Regelversorgung, die auf die multilinguale, traumasensible psychosoziale Versorgung von Geflüchteten spezialisiert sind – stehen vor Herausforderungen: Die Finanzierung der PSZ ist trotz vielfältiger Bemühungen weiterhin ohne langfristige und verlässliche Stabilität und ist mit hohen bürokratischen Hürden und geringer Planungssicherheit vergesellschaftet. – Dies gefährdet die Nachhaltigkeit der angebotenen Leistungen und erschwert die Gewinnung und Bindung von qualifiziertem Fachpersonal.

Auch bei der Behandlung (in den PSZ) selbst gibt es vielfältige Probleme. Grundsätzlich ist Sprachmittlung immer noch keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und wird nicht systematisch finanziert. In den PSZ, die ohnehin außerhalb des Regelsystems psychische erkrankte Geflüchtete versorgen, müssen die Kosten selbst getragen werden.

Der mittlerweile vierte Versorgungsbericht, herausgegeben von der Landesärztekammer und der Landespychotherapeutenkammer Baden-Württemberg, thematisiert diese Probleme, analysiert mit nüchternem Blick die Versorgungslage und benennt Defizite. Vor allem zeigt der Bericht, wie hoch der Bedarf ist und wie dringend die PSZ gebraucht werden. Im Jahr 2024 versorgten die Zentren im Südwesten insgesamt 2.559 Klienten. Zwischen den Landkreisen sind große Unterschiede festzustellen, bisher kann bei Weitem nicht von einer flächendeckenden Versorgung gesprochen werden.

Zudem skizziert der Bericht Lösungswege, um die Situation zu verbessern: Eine verlässliche, nachhaltige und am Versorgungsbedarf ausgerichtete finanzielle Absicherung der PSZ aus öffentlichen Mitteln, Ausbau und Finanzierung von professioneller Sprachmittlung im Gesundheitswesen, Anpassung von Bedarfsplanungen und Förderprogramme, um ambulante psychotherapeutische Versorgung generell (auf dem Land) attraktiver zu machen – dies alles und mehr gehört dazu.

Sie finden hier den aktuellen Versorgungsbericht (2025) als Download sowie auch die Vorgängerversionen, herausgegeben in den Jahren 2020, 2015 und 2011. 

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